Sonntag, 2. November 2014

Jetzt bin ich Mama! Und sonst so?

Wenn man wie ich eine frisch gebackene Mama ist (wieso eigentlich gebacken? Hat das was mit dem Braten in der Röhre zu tun? ), dann ist alles NEU: das Baby (ganz neu produziert), das Selbstgefühl (ganz neu ungewohnt), die Partnerschaft (huch, da war ja noch was...) und der Alltag sowieso (bleibt das jetzt immer so??).

 Der MiniFuchs ist jetzt vier Monate alt. Nach vier Monaten in einem neuen Job kann man eigentlich annehmen, dass schon eine gewisse Einarbeitung stattgefunden hat ;) um ehrlich zu sein, ist das auch so, aber so wandelbar wie der kleine Herr Fuchs ist auch der Alltag, von himmelhochjauchzend bis zutodebetrübt ist alles drin...

Was mir in den letzten Monaten aufgefallen ist, und heute Thema sein soll, ist die Einsamkeit als Mama.
Habt ihr auch mal einen historischen Film gesehen (oder ein ebensolches Buch gelesen) in welchem dem Mann einer schwierigen (meist gleichzusetzen mit emanzipierten) Frau geraten wird, ihr schnell ein Kind zu machen, damit sie beschäftigt ist, und in ihrer Rolle als glückliche Mammi aufgeht?
In den etwas schattigeren Stunden meiner sonst sonnigen Weltanschauung kommt mir das wieder in den Sinn.
Ja ich bin beschäftigt. Und das ist schön, denn schließlich liebe ich diesen Zwerg überordentlich. Das steht außer Frage! Und doch...
Ich bin einsam.
Mein Mann der Familienernährer geht spätestens um sieben aus dem Haus, um dann zwischen fünf und sechs wiederzukommen. Was vermisse ich die Zeiten der Großfamilie. In meinen Wunschträumen sieht es dann so aus:
Papa geht, Mama zieht sich und miniFuchs an, geht dann in die gemeinsame Küche, deckt den Tisch für sich und die (wahlweise Schwieger-) Eltern, die Cousins vom miniFuchs wirbeln noch mal durch den Flur bevor sie in die Schule (oder KiTa) losziehen. Dann wird gemeinsam der Haushalt geschmissen, Staub gesaugt, die Waschmaschine und der Geschirrspühler bestückt, im Garten gewerkelt, der miniFuchs liegt fein im Wagen unter dem Apfelbaum und beguckt sich verzückt die Schmetterlinge. Zum Mittag gibt es Pfannkuchen mit Pflaumenmus und dann kommt der Ritter auf einem weißen Roß von der Arbeit nach Haus galoppiert...
*ach jaahh*

Die Realität sieht so aus:
miniFuchs und ich kugeln so lange es geht im Bett herum, d.h. bis miniFuchs gegen halb neun keine Lust mehr auf den Schlafsack hat. Dann wird er auf den Wickeltisch verbracht, nackig gemacht, neu und frisch verpackt und in der Stube auf dem mit Kissen eingezäunten Sofa deponiert. Dann kann ich ins Bad (immer ein Ohr Richtung Wohnzimmer) und mich anziehen (je nach Fuchsis Laune kommt er dazu wieder mit ins Schlafzimmer). Anschließend wird wahlweise (nicht meine Wahl, sondern Fuchsis) zwei- oder einarmig das Frühstück geholt und gegessen. 
Wenn wir uns Zeit lassen, ist es nachdem auch miniFuchs getrunken hat gegen halb elf.

In einer Hand die Reste vom Frühstück (Aufschnitt, Glas und Messer auf einem Teller) und in der anderen die Babywippe mit Füllung, geht es dann in die Küche. Dort wird dann je nach Notwendigkeit abgewaschen, eine Waschmaschine angestellt, etwas fürs Mittag getan, oder sonst wie aufgeräumt.
Dann gibts Mittag, meist zuerst für den miniFuchs in der Hoffnung, dass er etwas Mittagschlaf hält. Und dann? Ja dann gehen wir noch ein bisschen raus. Richtung Supermarkt oder über die Eisenbahnbrücke Richtung "Villenviertel", denn dort ist es schön ruhig und es fahren nur wenige Autos. Und was unternehmen wir morgen? ;) Na ratet mal...

Wenn dann der Papa Fuchs nach Hause kommt, und sich freut, dass er sich endlich mit niemandem mehr auseinander setzen muss, dann freut sich Mama Bine wie toll, dass sie endlich jemanden hat, mit dem sie reden kann, fernab von "dududududu" und "killekillekille" ^^ So prallen dann die unterschiedlichen Erwartungen zweier Erwachsener aufeinander, dass kann noch spannend werden ;)

Gibt es eigentlich Partnerinnenbörsen für frische Mamas?  So frei nach dem Motto: Ich wohne in X und suche andere Mamas um mal einen Kaffee zu trinken, und einfach mal etwas vor zu haben...
Denn wie das so ist, sind wir für den Job (sowohl Mama Bine als auch Papa Fuchs) umgezogen, und haben jetzt "in der Fremde" gebrütet ;)

Aber wenn mich mal wieder so eine Laune erfasst, dann bin ich doch froh,dass ich nicht zur Zeit der Großfamilie lebe, denn dann hätte ich keinen Zugang zum Internet und dem Austausch mit anderen Mammis ;)
Dankeschön =)


Kommentare:

  1. Oh, es ist eigentlich schade, dass du die Mamazeit so erlebst. Aber tatsächlich geht es ganz vielen Mamas so. Es wird besser, wenn die Spielplatzzeit wieder anfängt. Und in der Zwischenzeit kann man natürlich Kurse machen. Ob ich sowas empfehlen kann, weiß ich nicht, denn dort wird man mit vielen anderen Mamis konfrontiert und nicht alle sind zurückhaltend mit ihren Anschauungen. Das kann sehr ins Auge gehen. Aber ausprobieren kann mans natürlich trotzdem.
    Was ich ganz super fand waren so allgemeine Treffpunkte, wie Familiencafés oder Familientreffs der Gemeinde, oder das Babybecken im nächsten Schwimmbad… Da kann man sich auch leicht wieder zurück ziehen, wenn man eine andere Mutti nicht so doll findet.
    Was es auch gibt sind oft Angebote der Städte in der Familienarbeit. Da kann man auch mal hingehen und fragen, ob man mithelfen kann. Da sind meist ganz tolle Leute, die schon mit allen Wassern gewaschen sind und schon lange in der Nachbarschaftshilfe tätig etc. Vielleicht gibt es ja solche Angebote bei euch in der Nähe!
    Grüße
    Rosalie

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    1. Danke für die Tips :)
      leider ist es hier trotz "Mittelzentrum" recht ländlich. Da ich kein Auto habe (und auch wenig Fahrpraxis mal nebenbei ^^) ist das blöd. Gerade im Winter. Ich glaube, dass es schon besser wird, wenn es wärmer ist, und wir mehr Zeit draußen verbringen können :)
      Viele Grüße :)

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